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PACT – PhotoAktivierteChemoTherapie

Donnerstag, 23. Oktober 2008 | Autor:

Dieser Beitrag ist für wissenschaftlich interessierte Leser.

LASER gegen Parodontitis

Bei der normalen Parodontitis-Therapie wird mit Handinstrumenten oder/und Ultraschall eine Reinigung aller Zahnfleischtaschen von Konkrementen (so eine Art Zahnstein) und entzündlichem Gewebe durchgeführt. Dabei ist das Hauptziel v.a. auch so viel wie möglich Bakterien zu entfernen, die ja Ursache des Übels sind.

Wir wenden seit über 10 Jahren die Ultraschalltherapie kombiniert mit aktivem Sauerstoff und/oder Ozon als Standard an.

Nun ist seit einiger Zeit ein neuer Stern am Himmel der Fachwelt erschienen: PACT!
Hier wird nach erfolgter konservativer Reinigung der Taschen (s.o.) mit einem Farbstoff, Toluidinblau oder Metylenblau, gespült und nachfolgend mit schwachem Laserlicht (max. 100mW) die Taschen bestrahlt (635nm).
Dadurch werden die Farbstoffmoleküle aktiviert und regen ihrerseits wieder den im Gewebe vorhandenen Sauerstoff an, der dann in aktive Einzelatome zerfällt. Diese sind sehr reaktionsfreudig und haben eine stark desinfizierende Wirkung.
Wie effektiv diese Methode ist und wie lange die Begeisterung der Fachwelt hierfür anhalten wird, werden erst die nächsten Jahre zeigen.

Wir bestrahlen seit fast 10 Jahren im Anschluss an unsere Standard-Ultraschall-Therapie routinemäßig – auf Wunsch des Patienten – mit Laserlicht.
Die mit Wasserstoffperoxid (=aktiver Sauerstoff!) bespülten Taschen werden mit einer sehr dünnen Laserfaser (0,2 mm) aktiviert. Dabei kommen relativ hohe Lichtstärken von 0,5-1 Watt zum Einsatz; also bis zum 10-fachen der bei der PACT-Therapie verwendeten Lichtstärken.
Wir verwenden Infrarotlaser, also Licht im nichtsichtbaren Bereich.
Der Sauerstoff wird aus der Peroxidslösung durch das im Blut vorhandene Enzym Katalase freigesetzt UND durch die Anwendung von Ultraschall und Laserlicht.
Eine unzulässige Temperaturerhöhung wird durch gleichzeitiges, starkes Bespülen mit Wasserstoffperoxid als Kühllösung zuverlässig verhindert.

In dieser Kombination, also Ultraschall plus aktiver Sauerstoff plus leistungsstarker Laser, haben wir sehr große Erfolgsraten bei unseren Parodontitis-Patienten.

Im Gegensatz zum „neuen“ PACT-Verfahren sind wir nicht auf den (wenigen) im Gewebe vorhandenen Sauerstoff angewiesen, sondern bringen aktiv hochprozentig diesen ein.
Zudem verwenden wir einen Laser, dessen Leistung über die einer Taschenlampe hinausgeht ……. :-)

Wir halten PACT für ein weiteres, wirksames Instrument gegen die Volkskrankheit „Parodontitis“.
PACT ist aber nicht so neu und atemberaubend, wie einem Glauben gemacht werden soll.

Also lassen Sie sich nicht blenden von neuen Versprechungen der Fachwelt.
Wenn so der Laser bei Zahnärzten nun aber eine breitere Verwendung findet, hat das Ganze sicher auch sein Gutes für viele Parodontitis-Patienten.

Dr.med.dent. Michael Weh

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Thema: PACT

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2 Kommentare

  1. 1
    Maria Auer 

    Sehr geehrter Herr Dr. Weh,
    mein Zahnarzt will meine fortgeschrittene Parodontose mit Antibiotika und Lasern bekämpfen. Was ist davon zu halten?
    Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen
    Maria Auer

  2. 2
    weh 

    klingt gut. der aktuelle stand der wissenschaft favorisiert ultraschall, laser, licht und sauerstoff. in einigen fällen ist auch der einsatz von antibiotika sinnvoll. ich denke sie sind da gut beraten.

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